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Wettbewerb unter Energieanbietern nimmt zu

26.01.2012 - 18:00 | Thema der Woche

Auch im Jahr 2011 war der Energiemarkt in der Tschechischen Republik gehörig in Bewegung. Dabei nahm die Wechseldynamik sowohl bei Gaskunden als auch im Bereich Strom zu. Nach Auskunft des Partners von PwC Audit Tomáš Bašta werde es noch dauern, bis sich die Zahl der Anbieterwechsel auf einem gewissen Niveau stabilisiert, dieses könnte allerdings deutlich höher ausfallen als im Jahr 2011. Aus den Statistiken des Strommarktbetreibers OTE geht hervor, dass letztes Jahr 448 860 Kunden ihren Stromanbieter gewechselt haben, das sind 80 % mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Firmen, die sich zu einem Wechsel entschlossen, stieg um etwa ein Drittel, bei Großabnehmern erhöhte sie sich auf 11 232, bei kleineren Firmenkunden auf 62 683. Den Gasanbieter wechselten letztes Jahr insgesamt 361 941 Kunden, viermal mehr als im Vorjahr. Nach den Angaben der Energieregulierungsbehörde (ERÚ) entschlossen sich bis November 500 Gro߬kunden, 1 024 mittelgroße Abnehmer und 24 670 Kleinabnehmer zu einem Wechsel.

 

Der steigende Trend, seinen Energieanbieter zu wechseln, wird sich nach Angaben von Bašta auch in diesem Jahr fortsetzen. Die Preisangebote der einzelnen Lieferanten weichen immer noch so deutlich voneinander ab, dass sich insbesondere für größere Abnehmer ein Wechsel lohnt. Motivierend seien für Firmen dabei neben dem Preis auch die Lieferbedingungen, zum Beispiel die Flexibilität eines Unternehmens bei vereinbarter Pflicht, eine bestimmte Menge Energie abzunehmen. Nach Auskunft von OTE-Direktor Jiøí Šastný folge die Entwicklung beim Wechsel des Gasanbieters der Entwicklung auf dem Strommarkt nur mit der zeitlichen Verzögerung bei der Liberalisierung des Gasmarkts. Ihren Einfluss hatte dabei auch die Vereinfachung im Verwaltungsprozess im Zusammenhang mit der Entstehung des Gasmarktbetreibers. Die Zahl der Wechsel steigt nach Angaben von Šastný auch wegen der Bemühungen der Abnehmer, Synergieeffekte beim Wechsel beider Energiearten gleichzeitig zu nutzen.

Zu den wichtigen Faktoren, die sich auf die Zahl der Wechsel auswirken, gehören laut Bašta natürlich auch aggressives Marketing und in einigen Fällen auch unlautere Praktiken einiger Anbieter, die mit dem größer werdenden Angebot und dem daraus resultierenden zunehmenden Wettbewerb zusammenhängen. Nach Angaben der ERÚ stieg in den letzten zwei Jahren auch die Zahl der ausgegebenen Lizenzen für den Handel mit Gas. Während im Jahr 2009 nur 11 Lizenzen ausgegeben wurden, waren es im Jahr 2010 bereits 38 und letztes Jahr 27. Lizenzen für den Stromhandel erteilte die ERÚ letztes Jahr insgesamt 155 gegenüber 90 im Jahr 2010 und 48 im Jahr 2009. Perspektivisch sei deshalb nach Baštas Worten zu erwarten, dass die Anbieter den Schwerpunkt immer mehr darauf legen, ihre bestehenden Kunden zu halten. Neu ist der Preiswettbewerb der marktführenden Lieferanten gegenüber den Alternativanbietern. Ziemlich wahrscheinlich sei deshalb eine Konzentration auf dem Markt der kleinsten Anbieter, die Zunahme des Wettbewerbs und Wechsel der Kunden sowohl von großen zu kleinen Anbietern als auch umgekehrt oder Wechsel von einem großen Anbieter zu einem anderen.


Autor: Jan Neubert, redaktor ÈIA

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